Gyros vom Grill mit Drehspieß – Griechenland für den eigenen Garten

Es gibt Gerichte, bei denen man irgendwann aufhört, nach einer möglichst einfachen Variante zu suchen. Nicht, weil einfach schlecht wäre. Sondern weil das Ergebnis einfach so viel besser wird, wenn man den kleinen Umweg in Kauf nimmt.

Dieses Gyros ist so ein Fall.

Eigentlich steht Daily Gusto für unkomplizierte Alltagsküche. Gute Gerichte, die man ohne Spezialausrüstung und stundenlange Vorbereitung auf den Tisch bekommt. Ein Gasgrill mit elektrisch angetriebenem Drehspieß fällt zugegebenermaßen nicht unbedingt in diese Kategorie.

Aber dieses Gyros musste trotzdem auf den Blog.

Ich bin großer Fan der griechischen Küche und habe schon einige Varianten ausprobiert. Dieses Rezept kommt geschmacklich erstaunlich nah an das heran, was ich mit einem guten Gyros in Griechenland verbinde: kräftig gewürzt, saftig und außen richtig schön knusprig.

Und bei uns hat der Spieß inzwischen für ziemlich viel Begeisterung bei Freunden und Familie gesorgt.

Das Geheimnis steckt im Fleisch

Für das Gyros nehme ich Schweinenacken. Der darf ruhig etwas Fett mitbringen. Das ist hier kein Fehler, sondern ausdrücklich erwünscht. Auf dem Drehspieß sorgt das Fett dafür, dass das Fleisch saftig bleibt und gleichzeitig ordentlich Röstaromen entwickelt.

Den Schweinenacken schneidest du in möglichst dünne Scheiben. Anschließend wird jede Scheibe einzeln mit etwas Olivenöl bepinselt und gewürzt.

Bei der Gewürzmischung darf es ruhig kräftig werden: Oregano, Majoran, geräuchertes Paprikapulver, Rosmarin, Chilipulver, Zwiebelpulver und Salz sorgen für ordentlich Geschmack.

Beim Kreuzkümmel würde ich dagegen etwas vorsichtiger sein.

Zu viel davon und das Gyros macht aromatisch plötzlich einen ziemlich großen Umweg Richtung Orient. Ein bisschen gehört für mich aber unbedingt dazu.

Das Fleisch sollte anschließend mindestens zwei Stunden marinieren. Wenn du Zeit hast, kannst du es auch über Nacht im Kühlschrank lassen.

Jetzt kommt der Teil, der Daily Gusto normalerweise nicht so gut kennt

Der Drehspieß.

Die marinierten Fleischscheiben werden Stück für Stück auf den Spieß gesteckt. Dabei möglichst kompakt arbeiten, damit am Ende ein schön dichter Fleischstapel entsteht.

Wer möchte, steckt oben noch eine Gemüsezwiebel auf den Spieß. Die ist optional, macht sich aber nicht nur optisch ziemlich gut, sondern hilft das Fleisch zu fixieren.

Jetzt kommt der Spieß auf den Gasgrill.

Und hier ist Geduld tatsächlich eine Zutat.

Die Hitze sollte nicht zu hoch sein. Wenn die Außenseite zu schnell verbrennt, während das Fleisch im Inneren noch roh ist, war es zu viel des Guten. Das Ziel ist, dass sich außen langsam eine kräftige, krosse Schicht bildet, während der Spieß sich gleichmäßig weiterdreht.

Wenn das Fett langsam in den Grill tropft, ist das übrigens ein ziemlich gutes Zeichen.

Der beste Moment kommt nach ungefähr 45 Minuten

Nach etwa 45 Minuten sollte die äußere Schicht schön gebräunt und knusprig sein.

Jetzt kommt mein Lieblingsmoment: das erste Gyros wird direkt vom Spieß geschnitten.

Mit einem scharfen Messer dünn von außen nach innen schneiden und die knusprigen Fleischstücke auffangen. Danach dreht sich der Spieß einfach weiter.

Und ungefähr alle 10 bis 15 Minuten wartet die nächste Schicht darauf, heruntergeschnitten zu werden.

Das ist natürlich etwas anderes, als ein Stück Fleisch in die Pfanne zu werfen und nach 15 Minuten fertig zu sein.

Aber genau deshalb macht es so viel Spaß.

Der Duft zieht durch den Garten, jeder schaut irgendwann einmal zum Grill und spätestens wenn das erste knusprige Fleisch auf dem Teller landet, steht plötzlich niemand mehr nur zum Reden daneben.

Welche Beilage zu Gyros vom Drehspieß?

Für mich gehören Pitabrot, Tzatziki und Griechischer Salat unbedingt dazu. Aber auch ein guter griechischer Tomatenreis passt hervorragend zum Gyros und macht aus dem Spieß direkt ein richtiges Abendessen.

Mein Rezept für griechischen Tomatenreis ist dafür genau der richtige Begleiter: tomatig, würzig und mit genug Charakter, um neben dem kräftig gewürzten Gyros nicht unterzugehen.

Das krosse Fleisch kannst du natürlich einfach auf dem Teller servieren. Noch besser wird es meiner Meinung nach aber, wenn du daraus direkt einen kleinen Gyros Pita baust: Fladenbrot auf, Tzatziki drauf, Krautsalat dazu und ordentlich Gyros hinein.

Und wenn schon der Duft vom Drehspieß an einem lauen Sommerabend durch den Garten zieht, darf auf dem Tisch auch ruhig ein gut gekühlter Ouzo stehen.

Dann ist das Griechenlandgefühl eigentlich schon ziemlich komplett.

Ja, du brauchst dafür einen Gasgrill und einen Drehspieß

Das möchte ich bei diesem Rezept ausdrücklich dazusagen.

Dieses Rezept ist aufwendiger als das, was ich normalerweise bei Daily Gusto mache.

Du brauchst einen Gasgrill und einen elektrisch angetriebenen Drehspieß. Das ist definitiv kein Equipment, das jeder zu Hause herumstehen hat.

Aber manchmal gibt es Rezepte, bei denen sich der Aufwand lohnt.

Dieses hier gehört für mich dazu.

Denn wenn du den Spieß einmal auf dem Grill hast und die erste krosse Schicht Fleisch heruntergeschnitten wird, verstehst du ziemlich schnell, warum ich das Rezept trotzdem unbedingt bei Daily Gusto haben wollte.

Es schmeckt einfach verdammt gut.

Gyros vom Grill mit Drehspieß

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Marinierzeit 2 Stunden
Gesamtzeit 3 Stunden 30 Minuten
Servings 4
Knuspriges Gyros vom Drehspieß mit würziger Marinade – fast wie beim Griechen und perfekt für einen geselligen Grillabend.

Kochutensilien

  • Gasgrill
  • Drehspieß passend zum Gasgrill

Zutaten

  • 1,5 kg Schweinenacken
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Senf
  • 2 TL Oregano (getrocknet)
  • 1 TL Majoran (getrocknet)
  • 2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 TL Rosmarin (gehackt)
  • 1/2 TL Chilipulver
  • 1 TL Zwiebelpulver
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 2 TL Salz
  • 1 Gemüsezwiebel (optional)

Anleitungen 

  • Den Schweinenacken am besten im Ganzen kaufen. Etwas Fett darf und soll dabei sein – das sorgt später auf dem Spieß für ordentlich Geschmack.
  • Das Fleisch in möglichst dünne Scheiben schneiden. Olivenöl, Senf und die Gewürze zu einer kräftigen Marinade vermengen. Beim Kreuzkümmel allerdings etwas zurückhalten: Zu viel davon und das Gyros macht plötzlich einen ziemlich großen Umweg Richtung Orient. Das wollen wir hier nicht.
  • Die Fleischscheiben einzeln mit der Marina bestreichen. Anschließend alles abgedeckt für mindestens 2 Stunden, besser bis zu 12 Stunden, in den Kühlschrank geben.
  • Dann kommt der Moment, für den sich das Ganze lohnt: der Spieß.
  • Die marinierten Fleischscheiben Stück für Stück übereinander auf den Drehspieß stecken und dabei möglichst kompakt arbeiten. Wer möchte, steckt zum Abschluss noch eine Gemüsezwiebel oben auf den Spieß.
  • Den Grill für indirekte, eher moderate Hitze vorbereiten und den Drehspieß einsetzen. Nicht zu heiß grillen. Die äußere Schicht soll langsam garen und knusprig werden, während das Fleisch im Inneren noch Zeit bekommt. Wenn das Fett langsam in den Grill tropft, läuft die Sache in die richtige Richtung.
  • Nach ungefähr 45 Minuten kannst du die erste krosse Schicht mit einem scharfen Messer oder besser noch mit einem elektrischen Messer vom Spieß schneiden. Danach wieder weiterdrehen lassen. Alle 10–15 Minuten kommt die nächste Runde knuspriges Gyros dazu.
  • Und genau hier liegt für mich der Reiz: Du schneidest nicht einfach einen fertigen Fleischspieß auf, sondern holst dir nach und nach die knusprige Außenschicht herunter, während darunter das nächste Stück Fleisch auf seinen Auftritt wartet.
Gericht: Grillgericht, Gyros
Küche: Griechisch, Mediterran
Keyword: Drehspieß, Familienessen, Gasgrill, Grillen, Gyros, Party, Schweinenacken, Sommer


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Wenn du schon hier bist, möchte ich dir ein paar Gerichte vorschlagen, die du als nächstes probieren solltest:


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